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Rente & Altersvorsorge

Rürup-Rente: So hoch ist der Steuervorteil 2026

Wie viel Steuern spart die Basisrente 2026? Höchstbetrag, Anrechnung der gesetzlichen Rentenbeiträge, Rechenbeispiele und die Nachteile im Überblick.

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Von Calcmondo-Redaktion
8 Min. Lesezeit · 16. Oktober 2026
Schreibtisch mit Laptop, Taschenrechner und Brille

✓ Das Wichtigste

  • Beiträge sind 2026 bis 30.826 € (Ehepaare 61.652 €) zu 100 % absetzbar
  • Gesetzliche RV-Beiträge (AN + AG) werden auf den Höchstbetrag angerechnet
  • Die Ersparnis entspricht ungefähr Ihrem Grenzsteuersatz
  • Die Rente ist später fast vollständig steuerpflichtig
  • Rürup-Verträge sind nicht kündbar, nicht vererbbar und nicht beleihbar

Kurz gesagt: Beiträge zur Rürup-Rente (Basisrente) können Sie 2026 bis zu 30.826 € (Ehepaare 61.652 €) zu 100 % als Sonderausgaben absetzen. Auf diesen Höchstbetrag werden Ihre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung inklusive Arbeitgeberanteil angerechnet. Die Steuerersparnis entspricht ungefähr Ihrem Grenzsteuersatz: Bei 5.000 € Beitrag und 60.000 € zu versteuerndem Einkommen sparen Sie 2026 rund 1.886 € Einkommensteuer. Dafür ist die spätere Rente fast vollständig steuerpflichtig, und der Vertrag ist weder kündbar noch vererbbar.

Keine Finanz- oder Steuerberatung. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information nach der Rechtslage 2026. Ihre Situation kann abweichen. Unabhängige Beratung erhalten Sie zum Beispiel bei der Deutschen Rentenversicherung (kostenlos zur gesetzlichen Rente) oder den Verbraucherzentralen.

Was ist die Rürup-Rente?

Die Basisrente – umgangssprachlich Rürup-Rente – ist ein privater Rentenvertrag, der steuerlich wie die gesetzliche Rente behandelt wird. Sie gehört zur sogenannten ersten Schicht der Altersvorsorge. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums darf ein Basisrentenvertrag nur eine lebenslange monatliche Rente vorsehen, bei Verträgen ab 2012 nicht vor dem 62. Lebensjahr. Die Ansprüche sind nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar.

Höchstbetrag 2026 und Anrechnung

Der Höchstbetrag für Altersvorsorgeaufwendungen orientiert sich am Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung und liegt 2026 bei 30.826 € (§ 10 EStG). Seit 2023 sind diese Aufwendungen zu 100 % abziehbar.

Angestellte zahlen bereits über die gesetzliche Rentenversicherung in diesen Topf ein. Deshalb gilt: Freier Rahmen = 30.826 € ? (Arbeitnehmer- + Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung). Bei 60.000 € Bruttogehalt sind das 18,6 % = 11.160 €, es bleiben also 19.666 € für die Basisrente. Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht können den vollen Betrag nutzen.

Rechenbeispiele 2026

Ledig, 60.000 € Bruttogehalt (RV-Beiträge 11.160 €), Beitrag zur Basisrente 5.000 € im Jahr:

Zu versteuerndes EinkommenSteuerersparnisNetto-AufwandErsparnisquote
45.000 €1.626 €3.374 €32,5 %
60.000 €1.886 €3.114 €37,7 %
90.000 €2.350 €2.650 €47,0 %

Berechnet als Differenz der Einkommensteuer und des Solidaritätszuschlags nach dem Tarif 2026 (§ 32a EStG), ohne Kirchensteuer. Ein zusammen veranlagtes Ehepaar mit 110.000 € zu versteuerndem Einkommen, das 10.000 € einzahlt, spart rund 3.598 €.

Ihre eigenen Werte rechnen Sie im Riester- & Rürup-Rechner nach (Modus „Basisrente“).

Die Kehrseite: Besteuerung im Alter

Die Basisrente wird nachgelagert besteuert. Steuerpflichtig ist der Besteuerungsanteil nach § 22 EStG: 84 % bei Rentenbeginn 2026, plus 0,5 Prozentpunkte für jedes spätere Jahr, 100 % ab 2058. Wer 2050 in Rente geht, versteuert also 96 %. Der Vorteil entsteht vor allem, wenn Ihr Steuersatz im Alter deutlich niedriger ist als im Berufsleben.

In der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner (KVdR) pflichtversicherte Rentner zahlen auf eine private Basisrente in der Regel keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge; freiwillig Versicherte dagegen schon.

Für wen sich die Rürup-Rente eignet

  • Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherung, die eine lebenslange Rente aufbauen wollen.
  • Gutverdiener mit einem Grenzsteuersatz von 42 %, die den freien Rahmen nutzen können.
  • Ältere Sparer kurz vor dem Ruhestand, die hohe Steuern sparen und bald eine Rente beziehen.

Weniger geeignet ist sie für Menschen, die Flexibilität brauchen, eine Familie absichern wollen (keine Vererbung, außer über eine vereinbarte Hinterbliebenenabsicherung) oder einen niedrigen Steuersatz haben. Achten Sie außerdem auf die Kosten des Vertrags – sie können einen großen Teil des Steuervorteils aufzehren.

Rürup oder Altersvorsorgedepot?

Ab 2027 gibt es das neue geförderte Altersvorsorgedepot. Es bietet beitragsabhängige Zulagen, ist flexibler und lohnt sich besonders bei kleinen und mittleren Beiträgen. Eine Übertragung von einem Rürup-Vertrag in das neue System ist laut BMF nicht vorgesehen.

Quellen

Zuletzt geprüft: 16. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Steuer- oder Finanzberatung.

Häufige Fragen

Wie viel kann ich 2026 in die Rürup-Rente einzahlen?

Als Sonderausgaben abziehbar sind bis zu 30.826 € (zusammen veranlagte Ehepaare 61.652 €). Davon werden Ihre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung einschließlich Arbeitgeberanteil abgezogen.

Wie viel Steuern spare ich mit der Rürup-Rente?

Ungefähr Beitrag × persönlicher Grenzsteuersatz. Bei 5.000 € Beitrag und 60.000 € zu versteuerndem Einkommen sind es 2026 rund 1.886 €.

Kann ich eine Rürup-Rente kündigen?

Nein. Sie können den Vertrag beitragsfrei stellen, aber nicht kündigen oder auszahlen lassen. Die Leistung ist eine lebenslange Rente.

Ab wann wird die Rürup-Rente ausgezahlt?

Bei Verträgen ab 2012 frühestens ab Vollendung des 62. Lebensjahres.

Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?

Vor allem für Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht und für Angestellte mit hohem Grenzsteuersatz, die langfristig sparen und auf Flexibilität verzichten können.

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