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Baufinanzierung

Anschlussfinanzierung und Forward-Darlehen: So sichern Sie sich den Zins

Wenn die Zinsbindung endet, brauchen Sie eine Anschlussfinanzierung. Wir vergleichen Prolongation, Umschuldung und Forward-Darlehen – mit Fristen und Rechenbeispiel.

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Von Calcmondo-Redaktion
9 Min. Lesezeit · 16. Oktober 2026
Klinker-Reihenhäuser in Bremen-Schwachhausen

✓ Das Wichtigste

  • Kümmern Sie sich 12 bis 36 Monate vor Ende der Zinsbindung um die Anschlussfinanzierung
  • Prolongation ist bequem, aber selten das günstigste Angebot
  • Ein Forward-Darlehen sichert den heutigen Zins gegen einen Aufschlag
  • Nach 10 Jahren können Sie jedes Festzinsdarlehen mit 6 Monaten Frist kündigen (§ 489 BGB)
  • Schon 0,5 Prozentpunkte Zinsunterschied kosten bei 200.000 € Restschuld rund 9.000 € in 15 Jahren

Kurz gesagt: Endet die Zinsbindung Ihrer Baufinanzierung, brauchen Sie für die Restschuld eine Anschlussfinanzierung. Sie haben drei Wege: die Prolongation bei Ihrer bisherigen Bank, die Umschuldung zu einer anderen Bank oder ein Forward-Darlehen, mit dem Sie sich den heutigen Zins für einen Termin in bis zu fünf Jahren sichern. Beginnen Sie spätestens ein Jahr vorher mit dem Vergleich – schon 0,5 Prozentpunkte Zinsunterschied kosten bei 200.000 € Restschuld und 15 Jahren Laufzeit rund 9.000 €.

Keine Finanz- oder Steuerberatung. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information nach der Rechtslage 2026. Ihre Situation kann abweichen. Unabhängige Beratung erhalten Sie zum Beispiel bei der Deutschen Rentenversicherung (kostenlos zur gesetzlichen Rente) oder den Verbraucherzentralen. Holen Sie mehrere Angebote ein und lassen Sie sich im Zweifel unabhängig beraten.

Warum eine Anschlussfinanzierung nötig ist

Die meisten Immobilienkredite in Deutschland sind Annuitätendarlehen mit einer festen Zinsbindung von 10, 15 oder 20 Jahren. Bei einer anfänglichen Tilgung von 2 bis 3 % ist der Kredit am Ende der Zinsbindung meist noch nicht abbezahlt. Für die verbleibende Restschuld müssen Sie eine neue Zinsvereinbarung treffen. Wie hoch die Restschuld bei Ihnen ist, zeigt der Baufinanzierungsrechner.

Weg 1: Prolongation bei der bisherigen Bank

Ihre Bank schickt Ihnen meist einige Monate vor Ablauf ein Verlängerungsangebot. Das ist bequem: keine neue Bonitätsprüfung im großen Stil, kein Notar, keine Grundbuchänderung. Der Nachteil: Die Bank weiß, dass ein Wechsel Aufwand bedeutet, und das Angebot ist nicht immer das günstigste. Vergleichen Sie es deshalb immer mit mindestens zwei, drei Konkurrenzangeboten.

Weg 2: Umschuldung zu einer anderen Bank

Wechseln Sie zum Ende der Zinsbindung zu einem anderen Anbieter, löst die neue Bank Ihr altes Darlehen ab. Die Grundschuld wird an die neue Bank abgetreten oder neu eingetragen. Dafür fallen Notar- und Grundbuchkosten an. Beim Zinsende ist der Wechsel ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Weg 3: Forward-Darlehen

Mit einem Forward-Darlehen schließen Sie heute einen Kreditvertrag ab, der erst zu einem späteren Termin – dem Ende Ihrer Zinsbindung – ausgezahlt wird. Viele Banken bieten eine Vorlaufzeit von bis zu 60 Monaten an. Für die Vorlaufzeit verlangen sie einen Aufschlag auf den aktuellen Zins, der mit der Länge der Vorlaufzeit wächst.

Wichtig: Ein Forward-Darlehen ist verbindlich. Sie müssen es zum vereinbarten Termin abnehmen, auch wenn die Zinsen bis dahin gefallen sind. Andernfalls kann die Bank eine Nichtabnahmeentschädigung verlangen.

ProlongationUmschuldungForward-Darlehen
Zeitpunktkurz vor Zinsendeca. 3–12 Monate vorherbis ca. 5 Jahre vorher
Aufwandgeringmittel (Notar, Grundbuch)mittel
Zinssicherheiterst kurz vorhererst kurz vorhersofort
RisikoZinsanstieg bis dahinZinsanstieg bis dahinZinsen fallen trotzdem

Das Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren

Haben Sie eine Zinsbindung von mehr als 10 Jahren vereinbart, können Sie das Darlehen trotzdem zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung mit einer Frist von sechs Monaten kündigen – ohne Vorfälligkeitsentschädigung (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB). Das ist nützlich, wenn Sie heute einen Kredit mit 15 Jahren Bindung haben und die Zinsen gefallen sind.

Was ein halber Prozentpunkt kostet

Angenommen, nach Ende der Zinsbindung bleiben 200.000 € Restschuld, die Sie in 15 Jahren tilgen möchten:

SollzinsMonatsrateZinsen in 15 Jahren
3,0 %1.381 €48.609 €
3,5 %1.430 €57.358 €
4,0 %1.479 €66.288 €
4,5 %1.530 €75.398 €

Jeder halbe Prozentpunkt kostet hier rund 50 € mehr im Monat und knapp 9.000 € an Zinsen über die Laufzeit. Deshalb lohnt sich der Vergleich fast immer.

Checkliste für die Anschlussfinanzierung

  1. Restschuld zum Zinsende aus dem Kontoauszug oder Tilgungsplan ablesen.
  2. 36 bis 12 Monate vorher: Zinsentwicklung beobachten, Forward-Darlehen prüfen.
  3. 12 Monate vorher: Angebote von mehreren Banken einholen, den effektiven Jahreszins vergleichen (§ 16 PAngV).
  4. Unterlagen bereithalten: Gehaltsnachweise, Grundbuchauszug, aktuelle Restschuld, Objektunterlagen.
  5. Höhere Tilgung erwägen: Eine kürzere Restlaufzeit spart Zinsen.
  6. Sondertilgungsrechte und Tilgungssatzwechsel vereinbaren.
  7. Kündigungsfristen beachten – bei Umschuldung rechtzeitig kündigen.

Quellen

Zuletzt geprüft: 16. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Finanzberatung. Die Beispielrechnungen sind Annuitäten mit monatlicher Rate; reale Angebote können abweichen.

Häufige Fragen

Wann sollte ich mich um die Anschlussfinanzierung kümmern?

Spätestens 12 Monate vor Ende der Zinsbindung sollten Sie Angebote vergleichen. Ein Forward-Darlehen können viele Banken schon bis zu 60 Monate vorher abschließen.

Was ist ein Forward-Darlehen?

Ein Darlehen, das Sie heute zu festen Konditionen abschließen, das aber erst zum Ende Ihrer aktuellen Zinsbindung ausgezahlt wird. Für die Vorlaufzeit verlangt die Bank einen Zinsaufschlag.

Kann ich meinen Kredit nach 10 Jahren kündigen?

Ja. Nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB können Sie ein Darlehen mit festem Zins zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung mit einer Frist von sechs Monaten kündigen – ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

Was kostet eine Umschuldung zu einer anderen Bank?

Neben möglichen Unterschieden bei den Konditionen fallen Notar- und Grundbuchkosten für die Abtretung oder Neueintragung der Grundschuld an. Diese Kosten sollten Sie in den Vergleich einrechnen.

Lohnt sich ein Forward-Darlehen?

Es ist eine Absicherung gegen steigende Zinsen. Steigen die Zinsen bis zum Auszahlungstermin stärker als der Aufschlag, lohnt es sich; fallen sie, zahlen Sie mehr als nötig.

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